Annapurna Trek: Tag 5

Freitag, 3.4.2009: Ghyaru – Manang → weiter → Übersicht

Zum Glück haben wir in der Nacht Decken, denn es wird recht frisch in unserem Panoramazimmer. Es ist unvergesslich, die Augen aufzumachen und die Himalaygipfel zum Greifen nahe vor sich zu haben. Kurz vor sechs bin ich schon wieder draußen und genieße die Ruhe und den Sonnenaufgang über dem Manang Tal, welches direkt unter uns liegt. Die andere Talseite wird von der imposanten Annapurna Kette mit Annapurna II als Hauptgipfel dominiert.

Ein Tibetan Bread zum Frühstück, etwas Tee, und dann geht es auch schon wieder weiter. Ein alltägliches Ritual mittlerweile. Zum Glück haben wir bisher keinerlei Ausfallerscheinungen, keine Blasen, keinen Muskelkater, so kostet es auch keine Überwindung jedem Morgen wieder loszulaufen. Wir haben heute keine allzu großen Höhenunterschiede vor uns. Der Weg zieht sich mit wenigen Anstiegen am Hang entlang, auf ca. 3700m bis Nawal. Es war unsere Absicht schnell Höhe zu machen, um uns jetzt auf über 3500m an die Höhe akklimatisieren zu können. Auch in dieser Beziehung war es günstig, in Ghyaru zu übernachten.

Auf dem Weg nach Nawal haben wir fantastische Ausblicke bei bestem Morgenlicht auf die Annapurna Kette, das Tal unter uns und auch zurück auf Ghyaru. Diese grandiose Natur wird ergänzt von einer Reihe von Chorten und anderen Nepalesischen Mahnmalen, die den Weg säumen. Nawal liegt nicht ganz so exponiert am Hang wie Ghyaru, sondern auf einer kleinen Hochfläche, wo auch Ackerbau mit Ochsen betrieben wird. Der Ort macht einen lieblichen, leicht verschlafenen Eindruck. Wir nutzen die Gelegenheit für eine Teepause, bevor wir nach Nawal wieder ins Manag Tal hinabsteigen. Hier treffen wir wieder auf den Haupttrek, auf dem auch wieder andere Trekker unterwegs sind. Auf flachem gut ausgebauten Weg auf dem auch ab und an mal ein Nepalesischer Radfahrer auftaucht, erreichen wir Braga. Es windet hier im Tal recht kräftig, ein Effekt der Thermik die sich in solchen großen Flußtälern im Himalaya oft entwickelt. Zum Mittagessen in Braga suchen wir uns deshalb eine etwas windgeschützte Lodge. Unterhalb des Ortes sehen wir die ersten grasenden Yak Herden.

Nach dem Essen erreichen wir bald auch Manang. Manang liegt etwas exponiert etwa 100m über dem Tal und ist als Zentrum der Gegend recht bekannt. Wir erwarten viel Trubel, auch etwas ‘Stadtfeeling’, aber weit gefehlt. Die Lodges, die zum Teil schon imposante große Steinhäuser mit Hotelcharakter sind, reihen sich entlang des einzigen Weges bis zu einer kleinen Stupa im Ort. Dahinter beginnt der alte Teil von Manang, der seine Ursprünglichkeit erhalten hat und zum erkunden einlädt.

Aber zuvor quartieren wir uns erstmal in einer kleineren Lodge ganz zu Beginn des Ortes ein. Auch diese Lodge ist fast leer, nur wenige andere Touristen sind hier. Wir bekommen ein Zimmer am äußeren Ende des Obergeschosses hinter dem Innenhof. Somit ist auch hier Ruhe garantiert, abgesehen davon, dass tagsüber hier der Wind ziemlich laut faucht.

Barbara macht es sich erstmal gemütlich, ich beschließe einen Spaziergang zum Gangapurna Gletscher, der auf der anderen Talseite einen kleinen smaragdgrünen Gletschersee entstehen hat lassen. Als ich dort bin steige ich dann noch zu einem Aussichtspunkt hoch, der ca. 300m über dem Tal liegt. Man sieht von hier schön wie sich Manang an die Bergflanken schmiegt und wie sich das Tal weiter immer höher in die Berge windet. Da werden wir erst übermorgen weitergehen, denn morgen wollen wir einen Akklimatisationstag hier in Manang einlegen.

Zurück bei der Lodge gehen wir dann zusammen den Ort erkunden. Später besprechen wir mit Rinji und Sankar unsere weiteren Pläne. Ich möchte den Akklimatisationstag morgen nutzen um zum sogenannten Ice Lake hochzuklettern. Dieser liegt auf 4600m und bietet sich an, ein wenig Höhentraining zu betreiben. Rinji war noch nie dort und möchte mitkommen, er hat sich von den Einheimischen auch erklären lassen, wo man langehen muß. Der in der Karte eingezeichnete Weg startet in Braga, aber es ist wohl möglich auch von Manang aus hinzukommen. Barbara will erstmal ausschlafen und dann weitersehen.

Mit diesen Plänen und einem guten Abendessen im Bauch gehen wir dann zu Bett.

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