Berlin Juli 2011

Ich habe jetzt 284km hinter mir und fühle mich noch richtig fit. Vor allem da es hier eine leckere Portion Spaghetti Bolognese und einen Schokoladenkuchen zum Nachtisch gibt. Der doppelte Cappuccino danach soll mich für die Nacht vorbereiten. Auch Babs ist schon hier, sie übernachtet bei unseren Freunden und fährt dann am nächsten Tag nach Berlin weiter.

Bis das Essen fertig ist, putze ich aber erst mal mein Rad, das durch den Regen doch recht versaut aussieht. Vor allem die Kette hat eine Reinigung und etwas Öl nötig. Es wird ja hoffentlich nicht so schnell wieder Regnen.

Als ich mich schon wieder fertigmache um weiter zu fahren, geht allerdings doch draußen wieder ein Schauer nieder. Also noch etwas warten, und vor allem die Regensachen anziehen ist angesagt.

Mit etwas Verspätung geht es nach 90min weiter in den Abend hinein nach Osten. Schon nach ca. 8km ist alles wieder trocken und ich halte um die Regenklamotte wieder einzupacken. Das Rad ist natürlich schon wieder komplett dreckig.

e2Durch Babenhausen geht es Richtung Main den ich bei Mainhausen überquere. Ein kurzer Blick nach hinten Richtung Westen lässt mich erschrecken: eine schwarze Wand rollt an. Und prompt geht es in Wasserlos wieder los. Nomen est omen! Also alle Regenklamotten wieder raus und angezogen. Zum Glück lässt der Wolkenbruch schnell wieder nach und ich fahre mit leichtem Regen weiter.

Bei Freigericht komme ich auf Wirtschaftswegen am Gänsewald vorbei. Gänse sehe ich keine, aber ein Hase rennt mir fast ins Rad. Auch kommt im Westen die Sonne wieder raus und taucht die Landschaft in ein tiefes Licht und zaubert einen kompletten doppelten Regenbogen über die Felder. Das ist ein Moment, denn ich sicher nicht vergesse. Viel Zeit zu genießen habe ich nicht, denn ich muss auf die Kurven achten, Bremsen bei Nässe mit Carbonfelgen ist nicht ohne.

Durch Linsengericht geht es weiter ins Kinzigtal in Richtung Fulda. Es ist jetzt 21 Uhr und die Straßen sind immer noch sehr nass vom letzten Wolkenbruch, aber es regnet zumindest nicht mehr.

In Höchst wollte ich eigentlich den Bahnradweg nehmen, fahre aber aus Versehen vorbei und bleibe auf der Landstraße. Kein Problem, ich muss nur die Strecke im Auge behalten, damit ich später wieder vom GPS gelotst werde. In Wächtersbach fahre ich dann wieder über die Kinzig und auf die programmierte Strecke.

In Steinach wird es Zeit, das Vorderlicht zu montieren. Die Blinklampe an der Sattelstütze hatte ich schon vor einer Weile eingeschaltet. Es ist erstaunlich, welche Wirkung die rot blinkenden LEDs haben. Alle Autos weichen beim Überholen komplett auf die Gegenfahrbahn aus, ohne Ausnahme. Es geht jetzt auf 22 Uhr zu und der dunkle Teil der Nacht beginnt. Müde bin ich überhaupt nicht, aber die Nacht liegt ja noch vor mir.

Dies ist auch eine gute Gelegenheit mein Akkupack an das GPS anzuschließen. Damit kann ich es jetzt mit permanenter Beleuchtung fahren. Auch mein iPhone mit Musik wird wieder aktiviert.

Weiter geht es durch Schlüchtern, wo ich das Tal der Kinzig verlasse und nach Norden Richtung Fulda fahre. Hier gibt es auch einen kleinen Hügel, den Drasenberg, den ich bei angenehmen 6-7% Steigung schnell überwinde. Kurz darauf verpasse ich den Piepton meines GPS zum Abbiegen und darf wieder 500m zurückfahren. In Neuhof ziehe ich die Regenklamotten wieder aus, hier sind die Straßen ausnahmsweise mal wieder trocken, hoffentlich bleibt das so. Zudem esse ich ein von Münster mitgebrachtes Wurstbrötchen. Erstaunlich, dass ich schon wieder essen kann nach den vielen Spaghetti.

Kurze Zeit später komme ich in Eichenzell an einer Disco vorbei. Ich halte nochmal kurz an, es wird doch frisch und ich ziehe mein langes Unterhemd an. Außerdem muss ich mal wieder pinkeln. Dabei merke ich auch, dass ich ein paar hundert Meter zurück muss, da ich wohl die geplante Route verlassen hatte.

Jetzt geht es auf kleinen Fahrradwegen nach Fulda hinein. Was am Tag ja sehr angenehm ist, da man keinen Autoverkehr und Ampeln hat, ist in der Nacht etwas problematisch. Die kleinen Fahrradwege sind sehr winkelig und man muss aufpassen bei dem wenigen Licht immer richtig abzubiegen. Zudem ist mein Licht nicht wirklich optimal, und so richtig schnell komme ich auf den kleinen Wegen deshalb auch nicht voran.

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