Andalusien, April 2019

Tag 10: Villanueva del Arzobispo – Úbeda

Schon in der Nacht höre ich den Regen draußen wieder plätschern. Am Morgen zeigt ein Blick aus dem Hoteleingang, dass es keinen Sinn macht bei diesem Wetter weiterzufahren. Es regnet in Strömen. So genehmige ich mir erstmal ein ausgiebiges Frühstück und bin erstmal froh im Hotel zu sein, und nicht im Zelt auf einem überfluteten Acker.

Ich entschließe mich, erstmal abzuwarten. Irgendwann muss der Regen ja wieder aufhören. Dabei fällt mir an der Rezeption der Kalender ins Auge. Wahrscheinlich hat ein Witzbold ihn umgeklappt. Er zeigt den Monat November 2019 an, das ist irgendwie passend bei dem Wetter. Allerdings könnte ich wetten, dass es im November bestimmt wärmer ist als heute.

Kurz vor 11 Uhr lässt der Regen gnädigerweise nach und ich mache mich wieder auf den Weg. Da fast der halbe Tag schon vorüber ist, beschließe ich heute nur noch bis Úbeda zu fahren und die Gelegenheit zu nutzen, diesen Ort zu besichtigen.

Dazu folge ich weiter der N322, die in dieser Gegend die einzige vernünftige Straßenverbindung über größere Entfernungen darstellt. Heute Mittag liegen die Temperaturen knapp über 10 Grad, also nicht gar so kalt wie gestern. Dennoch weit entfernt von den Temperaturen, die ich hier unten erwartet habe. Keine Chance, meine langärmlige Fahrradjacke auszuziehen.

Die wenigen Kilometer bis Úbeda habe ich bald hinter mich gebracht und laufe am frühen Nachmittag in diesem auf einer Anhöhe liegenden Ort ein. Ich möchte natürlich wieder in einem günstigen Hotel absteigen, wie am Vortag, aber dies gestaltet sich hier sehr schwierig. Im historischen Zentrum gibt es zwar einige kleine Hotels, aber die haben mindestens 4 Sterne und sehen sehr luxuriös und teuer aus. Weiter außerhalb zu suchen, ist für mich keine Alternative, und so entscheide ich mich nach einigem Herumirren für ein modernes Hotel im Zentrum. Sage und schreibe 70 Euro kostet das Zimmer ohne Frühstück. Kein Vergleich zu den 25 Euro mit Frühstück gestern. Andererseits ist heute Ostersamstag und damit in Spanien absolute Hochsaison, insofern bin ich froh überhaupt ein Zimmer zu bekommen.

Nachdem ich mein Rad im Zimmer abgestellt und meine Zivilklamotten nebst Flipflops angezogen habe, erkunde ich den Ort. Es gibt einige interessante historische Gebäude hier und man hätte auch eine tolle Aussicht über die umliegenden Olivenhaine, wenn das Wetter nicht so mies wäre. Trotz Osterwochenende ist nicht sehr viel los in den Straßen. Ein paar eingemummte Touristen, aber der Trubel ist sehr überschaubar. Das liegt sicher daran, dass ein sehr kalter Wind durch den Ort zieht. Ich hole mir noch Bargeld vom Automaten und verziehe mich bald wieder in mein Hotelzimmer, da ich besonders an den Flipflop Füßen richtig kalt bekommen habe. Um das teure Zimmer auch richtig zu nutzen und mich aufzuwärmen, lasse ich meine Badewanne voll laufen und bade ausgiebig und heiß. Später gehe ich nochmal los, um etwas zu essen, bevor ich dann früh ins Bett gehe. Wie so oft in den letzten Tagen kreisen meine Gedanken beim Einschlafen um hoffentlich besseres Wetter am nächsten Tag.